Der hydraulische Abgleich

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Die Wärmeverteilung in einer Heizanlage erfolgt über Rohrleitungen mit unterschiedlichen Durchmessern, Heizkörpern und Heizflächen (Fußbodenheizung, Wandheizung, Deckenheizung) die ebenfalls aus Rohren bestehen die je nach Hersteller unterschiedlich dimensioniert sind. Mittels Berechnung und Einstellung der Durchflussmengen soll ein gleichmäßiger Druck im gesamten wasserführenden Heizsystem erreicht werden.

Vorteile des hydraulischen Abgleichs:

·        Gleichmäßige Wärmeverteilung im System, keine kalten Räume

·        Kein Rauschen in Leitungen und Heizkörpern

·        Dadurch höherer Wohnkomfort und mehr Behaglichkeit

·        Niedrigere Stromkosten (Umwälzpumpe schiebt immer gegen den höchsten Druck!)

·        Geringerer Brennstoffverbrauch von bis zu 10% und damit auch

·        Klimaschutz durch geringeren CO²-Ausstoß

Achtung: Der Brennwert bei Öl-, Gas- und Pellets-Brennwertheizungen funktioniert nur wenn die Heizanlage hydraulisch abgeglichen ist. Verbrennungsabgase bestehen (vor allem bei der Gas-Brennwertheizung) zu einem großen Teil aus heißem Wasserdampf. Um diese Restwärme nutzen zu können werden die heißen Abgase mittels eines Wärmetauschers und einem möglichst kühlen Rücklauf des Heizungswassers abgekühlt so dass der Wasserdampf darin kondensiert und die dabei freiwerdende Kondensationswärme wieder für die Erwärmung des Heizwassers genutzt werden kann – das ist Brennwertnutzung.

Dies ist nur zu erreichen wenn die Durchflussmengen durch die Raumheizkörper und -heizflächen so begrenzt werden dass sich das durchströmende heiße Wasser im Heizkörper abkühlt, dabei seine Energie in Form von Wärme in den Raum abgibt, und möglichst kalt in den Rücklauf gelangt.

Wie wird der hydraulische Abgleich ausgeführt?

Nach der Ermittlung der Raumheizlasten (wieviel Watt müssen die Heizkörper bzw. Heizflächen je nach Raum bei der festgelegten Vorlauftemperatur leisten können um den Raum zu erwärmen) wird die nötige Durchflussmenge je Heizkörper oder Heizfläche berechnet und eingestellt. Dies geschieht z.B. bei Heizkörpern mit voreinstellbaren Heizkörperventilen (unter den Thermostatköpfen, sind teilweise schon eingebaut, Kosten je Stück ca. 10 – 15 Euro) und anderen geeigneten Mitteln zur Durchflussbegrenzung.

Ziel ist, je nach Art des Brennwertgerätes, eine Temperaturdifferenz von 15 – 20 Kelvin zwischen Vorlauf und Rücklauf zu erreichen um den Brennwertnutzen zu erhalten.

Es gibt einige wenige Geräte (z.B. Wandgeräte u.a.) bei denen der hydraulische Abgleich unter Umständen nicht sinnvoll oder aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich ist. Dies ist vorher mit dem Installateur und Hersteller abzuklären.

Gesetzliche Grundlagen

Die DIN 4701/10 setzt eine Dimensionierung aller Anlagenkomponenten nach dem Stand der Technik (allgemein anerkannte Regeln der Technik) und vollständig einregulierte Anlagen der Heizungs- und Lüftungstechnik und der Trinkwassererwärmung voraus (hydraulischer Abgleich).

Nach VOB (Vergabe- und Vertagsordnung für Bauleistungen) Teil C und der DIN 18380 Absatz 3.1.1, 3.2.8 und 3.5.1 ist für jede Heizungsanlage ein hydraulischer Abgleich vorzunehmen. Auch die EnEV (Energieeinsparverordnung) verlangt diesen.

Nicht hydraulisch abgeglichene Heizungsanlagen sind mangelbehaftet (siehe §633 BGB)

 

Für viele Förderprogramme der KfW, Bafa u.a. ist der hydraulische Abgleich Voraussetzung für die Förderfähigkeit. Der durchgeführte hydraulische Abgleich und die ermittelten Daten sind auf dem VdZ-Merkblatt (siehe Anhang) zu bestätigen.